Am Mittwoch den 09.06. 2021 geht es mit dem Auto in die Stadt Jelenia Gora ( Hirschberg ).

Das Auto habe ich gut an einem großen Einkaufscenter abgestellt und bin zu Fuß durch Jelenia Gora.


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Auf dem Weg durch die Stadt kam ich als erstes zu einem zylindrischen Schlosstorturm der an Stelle seines niedergebrannten Vorgängers errichtet wurde.

Er schützte die Einfahrt in die Stadt vom Schloss her und war zugleich das Gefängnis.

Unterhalb des achteckigen Aufbaues umläuft eine Aussichtsgalerie den Turm. Im dritten und vierten Geschoss befinden sich Schießscharten.

Durch die kreuzförmigen (eine war direkt auf das Tor, zwei auf seine Flanken gerichtet) wurde mit kleinen Geschützen geschossen.

Im 30-jährigen Krieg zerstörten die Schweden 1740 das Tor.

50 m weiter kam dann die Stadttorbastei  -

eine von 36 dieser Art, die im 15 Jh. zur Verstärkung der Ringmauern gebaut wurden.  Das im 18. Jh. angebaute Wohnhaus ist der einzige Fachwerkbau der Stadt.

Das Eingangsportal und die in die Mauer eingelassenen Dekorelemente sowie die Fenstereinfassungen im Erdgeschoss stammen von benachbarten abgetragenen Häusern.


zylindrischen Schlosstorturm              Stadttorbastei

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Als nächstes kam ich zum klassizistischen Rathaus aus den Jahren 1744-1747 ,

es nimmt die Mitte des rechteckigen Ringes ein.   In seinen unterirdischen Räumen (früher Wirtshaus, heute Restaurant) sind Spuren der Gotik und der Renaissance erhalten.

Es gibt Gerüchte, nach denen von hier aus  unterirdische Gänge bis vor die Stadtmauern geführt haben sollen.

Den zweistöckigen Bau bedeckt ein Mansarddach, das ein Turm mit bauchiger Haube und umlaufender Balustrade krönt.

Das Rathaus hat sein Aussehen in den letzten 260 Jahren nur geringfügig verändert.   In die repräsentative Eingangshalle führen zwei Eingänge mit lateinischen Inschriften

– an der Südseite – „Boleslaus Schiefmund hat die Stadt 1208 erbaut“ und an der Nordseite – „acht Jahre nach Einsturz des Turmes wieder aufgebaut,

zum Schmuck und Nutzen wiedergegeben“.   Im ersten Stock ist im Vestibül eine Bronzebüste von Boleslaus Schiefmund, dem Stadtbegründer zu sehen.

Im zweiten Stock stellt ein Relief das mittelalterliche Hirschberg dar. Die Holzschnitzereien von 1935-1938 am Treppengeländer im dritten Stock stammen von Ernst Rülke,

einem Künstler und Lehrer der Warmbrunner Holzschnitzerschule. Sie stellen einige Rübezahlsagen bildlich dar.

Auch die Reliefs im Sitzungssaal der Ratsherren sind sein Werk. Etwa 1910 wurde das Rathaus mit den sog. „Siebenhäusern“ durch einen Schwibbogen verbunden,

den ein stilisiertes Wappen der Stadt ziert.


Rathaus  Jelenia Gora                Rathaus  Jelenia Gora

Marktplatz  Jelenia Gora

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Weiter geht es  zur Pfarrkirche zu St. Erasmus und St. Pankratius aus dem 15. Jh.

Die aus Sandstein erbaute und mit schönen Steinmetzdetails verzierte, dreischiffige gotische Basilika ist der älteste Bau in der Altstadt.

Im Inneren haben sich aus der Renaissance die Kanzel und das mit Intarsien verzierte Gestühl erhalten.  Die übrige Ausstattung ist barock.

Besonders wertvoll sind der Hochaltar und die Orgel des Meisters A. H. Casparini. Auf dem Kirchplatz steht eine Mariensäule.

Bemerkenswert ist das reich verzierte Südportal. An der Nordwand befindet sich eine Gruftkapelle.

Erhalten sind auch Grabplatten und Epitaphe. In der Nähe steht noch eine Nepomukstatue.


Pfarrkirche zu St. Erasmus und St. Pankratius                Pfarrkirche zu St. Erasmus und St. Pankratius

Pfarrkirche zu St. Erasmus und St. Pankratius

Schliesslich kam ich  zum Schildauer Turm , an den um 1514 die St. Annakapelle angebaut wurde.

Dieser Turm diente der Verteidigung der Stadt an der Seite in Richtung Schildau. Nach dem Stadtbrand von 1634 wurde die Kapelle 1709-1715 von Baumeister Kaspar Jentsch umgebaut.

Die bescheidene Ausstattung stammt aus dieser Zeit. Davon, dass der Bau eine Wehrkirche war, zeugen die Schießscharten und die so hoch liegenden Fenster.

An der Ostseite – eine Gedenktafel an das 840. Jubiläum der Stadt. Darunter, direkt über dem Pflaster sind 2 Sühnekreuze in die Mauer eingelassen.

Das die Einfahrt in die Altstadt „abschließende“ Schildauer Tor schmücken Rokokokartuschen mit den Wappen von Hirschberg, Schlesien und Preußen,

ein Chronogramm mit dem Baujahr 1763 und die Initialen Friedrichs II. – F R.


Schildauer Turm

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Nun kam ich an einigen  Bürgerhäusern vorbei, die um die Wende des 19. und 20. Jh. umgebaut,

modernistische, eklektizistische und Jugendstilfassaden erhielten.

Besonders sehenswert war das Warenhaus auf dem unteren Bild

aus den Jahren 1904-1905.

Nicht weit davon steht fast in der Mitte der Straße die spätbarocke Kirche zu St. Peter und Paul .

1738 von den Katholiken erbaut, dient sie heute der orthodoxen Gemeinde.

Den Innenraum zieren Fresken mit byzantinischen Elementen von Jerzy Nowosielski und Adam Stalony-Dobrzański.


Warenhaus aus  1904-1905              Kirche zu St. Peter und Paul